Grundsätze
Wir sehen jedes Kind als einzigartige Persönlichkeit mit individuellen Voraussetzungen, Kompetenzen und
Fähigkeiten.
Schon von Geburt an ist es aktiv und sendet Signale zur Befriedigung seiner sozialen, kognitiven,
vitalen und emotionalen Bedürfnisse.
Unvoreingenommen nimmt es neugierig seine Umwelt wahr.
Dabei ist es bewegungsfreudig, forschend, entdeckend, kreativ und spontan.
Die, zunächst Ich-bezogene Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit seiner Umwelt führt dazu, dass das Kind selbstbestimmt seine Interessen verfolgt.
Dies geschieht mit dem Ziel, Selbstbildung und Autonomie zu erlangen. Dafür braucht das Kind eine bewusst gestaltet Umgebung und verlässliche, zugewandte Bezugspersonen, die ihm vielfältige Möglichkeiten und Anreize zur Selbstentfaltung und entwicklungsgemäße Entscheidungsfreiheiten bieten.
Uns, den Erwachsenen fällt dabei die Rolle der beobachtenden Begleitung zu, um dem Kind die nötige Hilfe bzw. Schutz zu bieten und es in seinem Tun und Explorationsverhalten zu fördern.
Wir können das Kind nicht auf jede Situation in seinem späteren Leben exakt vorbereiten aber wir können ihm zeigen, wie man neue Situationen bewältigen und mit welchen Strategien man sich neue (Lebens-) Räume erschließen kann. (Resilienz)
Partizipation
Mitentscheiden, mitgestalten, mitmachen – Partizipation im Spatzennest
Partizipation bedeutet für uns, Kinder ernst zu nehmen, ihnen Verantwortung zu übertragen und ihnen echte Möglichkeiten zur Mitgestaltung ihres Kita-Alltags zu geben.
Im Spatzennest erleben die Kinder täglich, dass ihre Ideen, Interessen, Wünsche und Bedürfnisse gehört und aufgegriffen werden. Sie wählen Spielmaterial und Spielpartner selbst, entscheiden, ob sie an einem Angebot teilnehmen möchten, und können sich innerhalb unserer Strukturen frei bewegen und entfalten.
Am Morgen arbeiten die Kinder zunächst bis 11 Uhr in ihren Stammgruppen. In dieser Zeit können sie auch die anderen Stammgruppenräume besuchen. Ab 11 Uhr heißt es dann: „Ausfliegen!“ Die Kinder entscheiden selbst, welchen Raum sie besuchen und wo, womit und mit wem sie spielen möchten.
Auch unser Außengelände ist am Morgen geöffnet und kann von den Kindern selbstständig genutzt werden. Bei den Mahlzeiten entscheiden die Kinder innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens selbst, wann sie essen möchten und was bzw. wie viel sie von den angebotenen Speisen essen.
In Kinderkonferenzen werden die Kinder aktiv in Entscheidungen einbezogen. Regeln und Strukturen werden gemeinsam besprochen und, wo möglich, mit den Kindern ausgehandelt. Bei Konflikten hören wir beide Seiten und unterstützen die Kinder dabei, ihre Argumente, Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, zuzuhören, Kompromisse zu finden und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Dabei geht es uns nicht darum, dass immer jeder das bekommt, was er möchte. Partizipation bedeutet für uns auch, demokratische Prozesse zu erleben, unterschiedliche Interessen auszuhalten und gemeinsam Entscheidungen zum Wohl der Gruppe zu treffen.
Beschwerdemanagement
Bei den Kindern müssen wir genau „hinhören“ und auch non-verbale Beschwerden oder Proteste wahrnehmen. Bei Gesprächskreisen oder z.B. bei den Essenszeiten gibt es immer wieder die Gelegenheit, dass Kinder ihre Meinung und Wünsche äußern. Es ist unsere Aufgabe, die Kinder zu ermutigen, ihre Meinungen und Wünsche zu äußern. Die Kinder sollen bei uns lernen, dass es keine negativen Konsequenzen gibt, wenn sie uns ansprechen. Sie sollen auch erfahren, dass sie ernst genommen werden und sie auch Unzufriedenheit oder Konflikte mit Erwachsenen ansprechen können. Bei den jüngsten Kindern in der Krippe ist es wichtig, dass wir die Stimmungslage des Kindes mit den Eltern kommunizieren und nicht einfach über sie hinwegsehen.
Die meisten Beschwerden oder Anregungen werden von den Eltern im direkten Dialog mit einer Erzieherin oder der Leitung geäußert. Hierbei ist es wichtig, jede Meinungsäußerung zunächst als Aussage anzunehmen und dann zu analysieren, um welches Problem es geht. Manchmal sind es nur temporäre „Ärgernisse“ die sich durch gegenseitiges zuhören und reflektieren der Situation bereinigen lassen. Manchmal sind es strukturelle Probleme, die sich durch kleine Veränderungen vermeiden lassen. Manchmal ergeben sich aber auch persönliche oder organisatorische Probleme die zunächst angenommen, dann analysiert und danach lösungsorientiert bearbeitet werden müssen.
